DIE JAFFA-ORANGEN DES RICHARD W. – ein israelisches Rheingold

April 28, 2011 § 2 Kommentare

Musiktheater nach Richard Wagner

Regie: Alexander Charim
Bühnenbild und Kostüme: Susanne Scheerer
Komposition: Georg Nussbaumer
Musikalische Leitung: Tammin Julian Lee
Dramaturgie: Cornelius Puschke

mit Anna Charim, Herdís Anna Jónasdóttir, Annette Lubosch, Ruth Rosenfeld; Martin Gerke, André Kaczmarczyk, Niklas Kohrt

Solistenensemble Kaleidoskop

Eine Produktion des Solistenensembles Kaleidoskop. Koproduktion mit Radialsystem V Berlin, Culturescapes Festival, Theater Chur und Operadagen Rotterdam

gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und der Radialstiftung

Am 21. und 23. Oktober 2011 im Radialsystem Berlin

Am 25. und 26. November 2011 im Theater Chur  Culturescapes Festival

am 27. Mai 2012 bei den Operntagen Rotterdam

‹Die Jaffa-Orangen des Richard W.› ist der Versuch ein Musiktheater zu erfinden, das die Fragestellungen zweier scheinbar völlig divergierender Themenkomplexe zusammenbringt: Richard Wagners ‹Das Rheingold›, der Vorabend der Tetralogie ‹Der Ring des Nibelungen› und Israel. Wir wollen über Israel erzählen, über die Situation und Gegenwart eines Landes, das zwischen Überlebenskampf und paranoidem Sicherheitssystem, zwischen überschäumender Lebensgier und Besatzungsmacht, zwischen Zukunftsangst und immobiler Gegenwart zerrissen ist. Eine offene Wunde, Sehnsuchts- oder Hassobjekt für den Rest der Welt.

Das ‹Rheingold› ist die Folie unseres Stücks. Wagner zeigt die Entstehung von Krieg und Hass aus der Gier nach Besitz und Territorium, der Sehnsucht nach Sicherheit und aus jahrelang angestauten Verletzungen des Einzelnen. Er zeigt wie bewaffnete Konflikte entstehen, wie Gewalt Gegengewalt provoziert, ohne das man weiss, wer begonnen hat und ohne das es Schuldige und Unschuldige gäbe. Er zeigt wie ein Strudel aus Hass entsteht, dem niemand mehr entkommen kann. Er beschreibt eine Gesellschaft, die gelähmt ist von den Konflikten, in denen sie sich verfangen hat und trotzdem wild dazu entschlossen ist, endlich ihren erworbenen Reichtum zu geniessen und sich aus Sicherheitswahn vor der Aussenwelt verschanzt.

Wir wollen ein explizit politisches Musiktheater erfinden, dass unser eigenes Ringen um ein Verhältnis zu Israel zwischen Sehnsucht und Kritik, dass unserer Suche nach einer Verbindung unserer deutschen und jüdischen Identitäten Ausdruck gibt. Es geht eben nicht um eine Auseinanderset- zung mit der Rezeptionsgeschichte der Wagner-Oper, oder um eine Nutzung des angeblichen Skandalpotentials des Themas ‹Wagner und Israel›, wie sie schon viele Inszenierungen zu leisten versucht haben, sondern um eine Rückkehr zu den Wurzeln des Stücks, und ihre Anwendung auf aktuelle Fragestellungen. Es geht uns darum, den Inhalt des Stückes als Bestandsaufnahme kurz vor dem Beginn der Katastrophe zu erzählen und damit als Beschreibung des israelischen Tanzes auf dem Vulkan. Wagner und Israel sind sich ähnlicher als sie gedacht haben.

Programmheft (pdf)

Alle Fotos: Adam Berry

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